Wachbereitschaft zum Jahreswechsel - Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel ist gerüstet

Erstellt am Sonntag, 31. Dezember 2017 12:04

Während anderenorts große Feierlichkeiten am Silvesterabend beginnen, die Menschen mit Böllern und Raketen ausgerüstet die Straßen entlang pilgern, gibt es auch hier in Wolfenbüttel eine bestimmte Sorte Anwohner, die es vorziehen, an all den Dingen nicht oder nur sehr eingeschränkt teilzunehmen - die Rede ist von rund 25 Feuerwehrleuten, die am Silvesterabend einsatzbereit in der Feuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße auf Alarme warten und den vielen anderen Feuerwehrleuten in der Stadt Wolfenbüttel. "Wie in den vorherigen Jahren auch, finden sich stets ausreichend freiwillige Feuerwehrleute, die zum Jahresende eine Einsatzbereitschaft stellen", erläutert Ortsbrandmeister Kurt Jakobi das Prozedere. Sein Stellvertreter, Sven Dost, an diesem Abend auch Brandmeister vom Dienst (BvD), ergänzt, "es schafft für die Feuerwehrleute, die eigentlich Bereitschaft an diesem Wochenende hätten, einen Freiraum. So müssen sie nicht mehrmals zur Wache eilen, um Kleinbrände zu löschen". Gemeint sind damit zum Beispiel brennende Mülleimer an Bushaltestellen, Hecken, in die sich Raketen oder Böller verirrt haben. "Für solch einen Einsatz rückt in der Regel auch nur ein Tanklöschfahrzeug aus", berichtet Dost weiter. Wenn über den ersten Löschzug hinaus Fahrzeuge benötigt werden, gibt es einen Alarm für die diensthabenden Bereitschafts-
kreise per Meldeempfänger. Auch alle anderen Ortsfeuerwehren der Stadt Wolfenbüttel bleiben einsatzbereit und können alarmiert werden.
In der Silvesternacht ist mit einem verstärkten Einsatzaufkommen zu rechnen - blieben die Wolfenbüttler Feuerwehrleute zwar in den Vorjahren des Jahreswechsels von Großbränden verschont, kam es jedoch immer wieder zu kleineren Bränden oder ausgelösten Brandmeldeanlagen in dieser Nacht. "Der erste Löschzug und ein weiteres Tanklöschfahrzeug werden mindestens besetzt sein", merkt Jakobi an, "neben den eventuellen Brandeinsätzen gilt es ja auch noch, die Palette der Standard-Einsätze abzudecken". Dies wären - so der Ortsbrandmeister - unter anderem neben Türöffnungen - jemand ist in der Wohnung hilflos oder es steht Essen auf dem Herd und die Tür ist zugefallen - auch Ölspuren oder kleinere Verkehrsunfälle.

Für die Mannschaft in der Feuerwache beginnt der Abend wie beim Übungsdienst. Der verantwortliche Gruppenführer notiert die Anwesenheit, dann erfolgt die Einteilung. "Wer macht was", erklärt Sven Dost, "jeder soll wissen, welche Funktion er ausübt". Das sind neben dem Fahrer, dem "Maschinisten", die Angriffstrupps, die mit Atemschutz ausgerüstet eingesetzt werden, Wassertrupp, Schlauchtrupp. Jedes Mitglied einer Feuerwehr kennt diese Begriffe. "Bei einer Alarmierung ist dann ausreichend Zeit, zu den Fahrzeugen zu gehen, sich die Schutzausrüstung anzuziehen und dann auszurücken, fast stressfrei", schmunzelt Jakobi. Stress gibt es diese Nacht unter Umständen für die Maschinisten bei der Aufgabe, die - teilweise 15 Tonnen schweren - Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, sicher und dennoch zügig zu fahren. Und das, obwohl viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, sich Raketenabschuss-Rampen auf der Fahrbahn befinden und leider einige Mitmenschen die vorbeifahrenden Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit Knallkörpern bewerfen. "Wir haben es leider immer wieder erlebt, dass direkt vor unsere, mit Alarm fahrenden Fahrzeuge, ein Böller geworfen wurde", ärgert sich Feuerwehr-Pressesprecher Tobias Stein, der die Einsätze in dieser Silvesternacht auch wieder mit begleiten wird.
"Ich erinnere mich an den Jahreswechsel 1999/2000, mit dem Tanklöschfahrzeug kamen wir von einer ausgelösten Brandmeldeanlage zurück und passierten kurz vor 0 Uhr den Schlossplatz. Dort feierten einige hundert Menschen. Plötzlich flogen Böller auf uns". Stein wurde an diesem Abend als Maschinist des Tanklöschfahrzeugs eingesetzt, er kann auch heute nur noch den Kopf schütteln, bei dem Gedanken an die Unvernünftigkeit der Menschen. Das sei zwar eine Ausnahme gewesen - doch der zunehmende Alkoholpegel setze auch die Schwelle zur Aggression herab, bilanziert er. Der Ortsbrandmeister Kurt Jakobi und sein Stellvertreter Sven Dost hoffen, dass in dieser Silvesternacht ähnliche Vorfälle vermieden werden. Deshalb der Appell an die Feiernden: "Wir sind immer für euch da, deshalb haltet unsere Wege frei und seit freundlich zu uns".

Text: Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecher (St) / Fotos: Archiv Feuerwehr, bmb