Atemschutznotfalltraining

Am Montag, den 26.11.2012 hieß es in der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel wieder einmal Ausbildungsdienst unter der Leitung vom Stadtausbildungsleiter Uwe Frobart. Dieses Mal stand Atemschutznotfalltraining auf dem Dienstplan. Aus diversen Ortsfeuerwehren pendelten die Lehrgangsteilnehmer in die Feuerwache. Aber was heißt Atemschutznotfalltraining?

Vor der Atemschutzgeräteträgerausbildung (AGT) dachte man immer....diese Ausbildung mache ich, dann noch ein bisschen Hohlstrahlrohrausbildung und der Rest kommt dann mit der Einsatzerfahrung. In Schladen (Anm. dort ist die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises WF) habe ich gelernt, dass ein AGT Trupp niemals ohne Sicherheitstrupp ein Gebäude betritt. Sicherheitstrupp ist ja klar. Falls ein Notfall passiert geht man rein und holt seinen Trupp heraus. Aber wer möchte schon Sicherheitstrupp machen? Man möchte doch lieber direkt ins Feuer. Irgendjemand wird schon kommen und einen raus holen, wenn es eng wird.

Montag begann es zuerst mit einem theoretischen Teil über bisherige Atemschutzunfälle und was es grundsätzlich für wichtige Techniken gibt, um Unfälle zu verhindern. Uwe Frobart begrüßte uns mit seinem Moderatorenteam und gab uns zu bedenken wie wichtig ein Sicherheitstrupp sein kann, wenn man ihn benötigt. Im Anschluss ging es zu den einzelnen Moderatoren, um praktisch zu lernen wie man sich vernünftig und rasch als Atemschutzträger unter Stress ankleidet. Weiterhin wurden uns verschiedene Sicherheitstrupptaschen gezeigt mit ihren Vor- und Nachteilen.

Am Mittwoch hatten wir dann praktische Stationsausbildung. Diese fand überwiegend unter „Nullsicht“ statt, so dass wir einsatznah ausgebildet wurden. Dies war für mich komplettes Neuland. Rettung eines Kameraden mit Hilfe der Schleifkorbtrage über Treppen und Suche eines verunfallten PA-Trupps anhand der Schlauchleitung vom Verteiler aus. Wichtige Neuerung war auch der Wechsel der Mitteldruckleitung bzw. des Lungenautomaten bei einem aufgefundenen Kameraden. Dies sind alles unerlässliche Tätigkeiten, die in der Grundausbildung zum PA-Träger aufgrund des Umfangs nicht gelehrt werden kann. Dies obliegt dann der Ortswehr, wofür es jedoch keine Kontrolle gibt inwieweit die zwingend notwendige Ausbildung tatsächlich ausgeübt wird.

Freitag war dann ein „Highlight“ des gesamten Atemschutznotfalltrainings. Es ging mit den Kameraden zur Atemschutzübungsübungsanlage des Landkreis Salzgitter in Engerode. Dort hat die Stadt Salzgitter 1975 eine Schachtähnliche Übungsanlage der dortigen Grubenwehr übernommen. Über 2 Etagen konnte an diesem außergewöhnlichen Übungsabend jeder PA-Träger an seine Grenzen geführt werden, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Unter Nullsicht musste man mit einer schweren Sicherheitstrupptasche einen verunfallten PA-Trupp suchen. Enge Gänge, schmale Leitern und unebene Untergründe erschwerten die Suche erheblich. Die Trupps die sich in Warteschleife befanden sahen einen Ausbildungsfilm, bzw. übten den Wechsel von Mitteldruckleitung und Lungenautomat; dieses Mal jedoch unter Druck. Dazu bedarf es schon eines gewissen Timings und Selbstdisziplin, wenn es beim Gegenüber länger dauert. Dieser Abend führte mich an die Grenze und ich kann mich besser einschätzen und weiß mit meinem zur Verfügung stehenden Gerät besser umzugehen.

Am Samstag wurden uns noch Möglichkeiten zur Suche von Kameraden mit Hilfe von verschiedenen Leinensystemen aufgezeigt. Auch die systematische Suche von verschieden großen Räumen wurde gezeigt und musste im Anschluss selbst, wie immer unter Nullsicht, durchgeführt werden. Gegen 12 Uhr mittags war dann Schluss. Man sah in glückliche Gesichter. 2 Kameraden hatten diese Ausbildung bereits vor längerer Zeit genossen und konnten neue Einsatzmethoden erlernen. Für die anderen 17 Kameraden, unter anderem mich, war dieses Atemschutznotfalltraining eine unbezahlbare Weiterbildung, die eigentlich nur 2 Schlüsse zulässt: „ Der Sicherheitstrupp ist der wichtigste Trupp für den Einsatzleiter und die vorangehenden Trupps, damit man ohne Sorge den Einsatz abarbeiten kann. Weiterhin sollte es für jeden neu ausgebildeten, aber auch altgedienten Atemschutzgeräteträger selbstverständlich sein Sicherheitstrupp zu sein und sich dafür ausbilden zu lassen.

Fotos und Text: Feuerwehr Wolfenbüttel

 

 

 

Mittwoch, 22. November 2017