Person 15 Meter abgestürzt!

Am Samstag, den 28.09.2013, ereignete sich ein Unfall am Kalkberg zwischen Wolfenbüttel und Wendessen. Eine Person stürzte dabei in einem dicht bewaldeten Abhang rund 15 Meter hinunter und verletzte sich dabei schwer. Da für den Rettungsdienst eine sichere Zuwegung für die medizinische Versorgung nicht gegeben war, und der Patient so nicht gerettet werden konnte, wurde zur Unterstützung die Feuerwehr mit der Absturzsicherungsgruppe alarmiert.

Dies ist die Ausgangslage für eine Übung, die sich der Leiter der Gruppe Karsten Mull, für diesen Übungsdienst ausgedacht hatte.

Insgesamt 10 Kameraden, 6 von der Schwerpunktfeuerwehr Wolfenbüttel und 4 Kameraden aus der Einheitsgemeinde Cremlingen planten daraufhin die Vorgehensweise für diese Lage.

 

Eingangs wurde eine eigene Situations- u. Gefahrenanalyse vorgenommen. Ein geordneter Ablageplatz eingerichtet und eine Teambesprechung durchgeführt. Nachdem sich die Kameraden mit der Schutzausrüstung eingekleidet hatten, wurden Festpunkte zum Anschlagen der Seilsysteme festgelegt, und ein Kamerad machte sich auf den Weg zum Patienten. Leider „verletzte“ sich der Kamerad selber beim Abstieg. Aufgrund dieser neuen Situation musste ein weiterer Kamerad sich den Abhang hinunter begeben. Der „verletzte Vorsteiger“ war nach Erster Hilfe weiter einsatzfähig, und zu Zweit stieg man zu dem verletzten Arbeiter weiter hinab.

Maßnahmen für diese beiden Kameraden lagen nun darin, Erste Hilfe Maßnahmen durchzuführen, ein Leinensystem als Abstiegshilfe für den Notarzt festzusetzen, und einen Rettungsweg für den verletzten Arbeiter festzulegen.

Nach der medizinischen Versorgung sollte der Patient mit Hilfe der Schleifkorbtrage und Unterstützung der Drehleiter gerettet werden.

Hierzu wurden in Verbindung mit der Schleifkorbtrage ein Rollis-System mit Redundanz aufgebaut, und die Drehleiter in Stellung gebracht.

Aufgrund der dichten Bewaldung und den somit eingeschränkten Sichtverhältnissen für den Korbmaschinisten von oben, konnte die Positionierung des Systems nur durch Funkkontakt mit dem Rettungsteam am Boden erfolgen.

Nachdem der Patient rettungsdienstlich transportfähig war und gut gesichert in der Schleifkorbtrage gelagert wurde, gestaltete sich die weitere Rettung ohne Probleme.

Nach einer Nachbesprechung der Lage, fuhren wir nach Ahlum, wo wir zusammen mit den Kameraden, die sich an diesem Tage  am Brandübungscontainer vergnügten, eine Mittagmahlzeit bekamen und Kameradschaft pflegten.

Der Nachmittag wurde vom Ausbilder Karsten Mull dazu genutzt, verschiedene Aufbauarten der Seilsysteme, Knotenkunde und vieles weiteres zu besprechen.

Nach dem die Gerätschaften gereinigt und wieder ordnungsgemäß verlastet waren, klang ein toller und erfolgreicher Übungsdienst in der Wache aus.

Foto und Text: Feuerwehr Wolfenbuettel

Sonntag, 19. November 2017