Dienstag, 11. Dezember 2018
Notruf: 112

Übungsdienst des zweiten Zuges

Freitagabend in Wolfenbüttel. Drei Feuerwehrfahrzeuge rollen, souverän gesteuert, durch ein ruhiges Wohngebiet im Südosten der Stadt – an Bord der Einsatzwagen befinden sich Frauen und Männer der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel. Ihre Aufgabe kennen sie noch nicht.

Im Rahmen eines Übungsdienstes des zweiten Zuges gilt es drei Notfälle abzuarbeiten. Besonderheit: die drei Gruppen, die zeitgleich agieren, sind bunt zusammengewürfelt. Geführt werden sie von einem nicht als Gruppenführer ausgebildeten Feuerwehrangehörigen und nach rund 20 Minuten werden die Szenarien getauscht. Im Ernstfall eine ziemlich ungünstige Situation, während dieser Übung jedoch so gewollt.

„Wir haben die Zugehörigkeit zu einer der drei Gruppen ausgelost, genauso wie die Funktion des Gruppenführers“, erklärt Zugführer Tobias Hecht. Hecht hat sich gemeinsam mit seinem Stellvertreter Matthias Hartlich die Aufgaben ausgedacht. „Erschwerend hinzukommt, dass es sich bei den Szenarien um Lagen handelte, die so glücklicherweise im Ernstfall nicht oft vorkommen“, berichtet Zugführer Hecht weiter. Die Übungen finden auf dem Gelände des Wolfenbütteler Gartenbaubetriebs Klingenberg statt.

An Station gilt es, einen unter Kies verschütteten Menschen zu finden und zu retten. Zusätzlichen Stress löst der Hinweis aus, es handelt sich dabei um ein Kind. Die zweite Station sieht vor, dem kläglichen Miauen aus einem Rohr auf den Grund zu gehen. Und an der dritten Übungsstation befindet sich ein Mitarbeiter der Firma in einer sehr unglücklichen Situation: Er ist unter einem Container eingeklemmt und nur mit Hebeausrüstung der Feuerwehr zu retten.

Zunächst ist jedoch die Technik gefragt, denn die Feuerwehrleute sorgen mit deren Hilfe für die notwendige Helligkeit auf dem weitläufigen Firmengelände. Zum Einsatz kommen die Lichtmasten des Rüstwagens (RW) und des Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) sowie zusätzlich Stative mit Lampen. „Wir haben mit den beiden, für derartige Lagen vorgesehenen Fahrzeugen, alles dabei“, informiert stellvertretender Zugführer Matthias Hartlich. Und so „plündert“ die Mannschaft die beiden Fahrzeuge regelrecht – je nachdem, was sie für notwendig erachten.

„Die als Gruppenführer ausgelosten Feuerwehrleute sollen mit ihrem Team die Lagen selbständig abarbeiten. Hierzu steht ihnen die Ausrüstung von allen drei Einsatzfahrzeugen zur Verfügung, aber auch nur die Mannschaft, die zur Gruppe gehörte“, sagt Hecht. Während eine Gruppe mit langen Lanzen im aufgeschütteten Kies stochert, um so den Verschütteten zu finden, gilt es für ein weiteres Team mit Muskelkraft nach der Katze zu graben – das Rohr muss freigelegt werden. Team drei hebt derweil den Container an, um an den Mitarbeiter der Firma heranzukommen. Alle „Opfer“ werden übrigens von Puppen dargestellt.

Hartlich zieht zum Abschluss Bilanz: „Trotz bunt gemischter Truppen und ungewöhnlichem Einsatzszenario befriedigend abgearbeitet“. Hecht ergänzt: „Vielen Dank an die Firma Klingenberg für die die Unterstützung“. Der Ernst des Lebens ruft jedoch auch in dieser Situation, löst doch eine Brandmeldeanlage in Wolfenbüttel aus und das Tanklöschfahrzeug (TLF) muss abrücken.

Stadtfeuerwehr-Presse-Team, Text: Tobias Stein
Fotos: Tobias Stein, Philipp Meyer