Freitag, 18. Oktober 2019
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Feueralarm im Wolfenbütteler Klinikum - Einsatzkräfte probten den Ernstfall

Wolfenbüttel. Im Städtischen Klinikum wurde am Freitagnachmittag der Ernstfall geprobt. Das Szenario: Bei Schweißarbeiten an der Heizungsanlage kam es zu einer Verpuffung und einem anschließenden Brand von Kunststoffen mit starker Rauchentwicklung.

Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes eilten den Alten Weg entlang. Die Brandmeldeanlage des Städtischen Klinikums hatte kurz zuvor ausgelöst, die Meldung ging automatisch zur Integrierten Regionalleitstelle in Braunschweig. Die Disponenten alarmierten den Tagesalarm der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel, den Brandmeister vom Dienst (BvD) und einen Rettungswagen (RTW) des DRK-Rettungsdienst.

Nur wenige Minuten nach dem ersten Alarm traf der BvD, Kai Zahlmann, am Alten Weg ein und ging zur Brandmelde-Zentrale. Dort wurde angezeigt, welche Linien der Anlage ausgelöst haben. Kurze Zeit später erreichen das Tanklöschfahrzeug (TLF) und die Drehleiter (DLK) das Klinikum. Dichter Rauch drang aus dem ersten Obergeschoß des Gebäudes. Ein Mitarbeiter des Klinikums kann aus dem verqualmten Bereich flüchten und alarmiert die Information im Erdgeschoss über das Ereignis. Zahlmann lässt von der Leitstelle das Alarmstichwort „ausgelöste Brandmeldeanlage“ zum „Feuer mit Menschenleben in Gefahr“ ändern, weitere Helfer werden alarmiert.

Wenige Minuten nach dem Eintreffen des TLF hat deren Atemschutz-Trupp das erste Obergeschoß erreicht. Es entwickelte sich in der Zwischenzeit ein Feuer, welches auch auf eine weitere Etage übergegriffen hatte. Pflegekräfte, Patienten, Besucher – zahlreiche von dem Ereignis betroffene Menschen liefen hustend über die Flure des Klinikums, werden von den Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht. Ein Handwerker wurde durch die Verpuffung und das Einatmen von Rauchgasen schwer verletzt, seine Rettung erfolgte mit Hilfe der Drehleiter. Zur Absuche und Rettung im verqualmten Bereich kamen weitere mit Atemschutz ausgerüstete Feuerwehrleute zum Einsatz.

An der Rasenfläche an der östlichen Gebäudeseite positionierten sich weitere Feuerwehreinheiten, unter anderem auch die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) der Stadtfeuerwehr. Hier liefen alle Fäden zusammen, es wurde eine Übersicht erstellt, wer in welchem Bereich im Einsatz ist. An einer großen weißen Tafel wurde die sogenannte „Lagekarte“ erstellt, die Funkgespräche dokumentiert und Rückmeldungen an die Leitstelle gegeben. Über den Neuen Weg eilten immer wieder Einsatzfahrzeuge heran, wurde doch neben dem Vollalarm der Wolfenbütteler Wehr, auch die Ortsfeuerwehr aus Linden alarmiert. Das Deutsche-Rote-Kreuz (DRK) war neben dem Rettungsdienst auch mit der Schnellen-Einsatz-Gruppe (SEG) vertreten. Insgesamt 52 Helfer der Feuerwehr und des DRK folgten dem Ruf der Meldeempfänger, auch zu dieser für das Ehrenamt eher ungünstigen Uhrzeit.

Ziel der Übung war es, auch interne Abläufe im Klinikum zu trainieren. Geheim blieb das Szenario im Vorfeld dennoch – so gut wie. „Die Mitarbeiter des Klinikums und die Kameraden der Feuerwehr wussten im Vorfeld nichts von der Übung, da diese möglichst realistisch ablaufen sollte. Patienten und Besucher wurden vorab jedoch informiert“, erklärt Marian Hackert, Pressesprecher des Klinikums Wolfenbüttel.

Bereits während der Übung zeigten sich einige Verbesserungspotentiale, beispielsweise bei der internen Kommunikation im Krankenhaus. „Bei der Übung geht es vorrangig um die Überprüfung der Alarmierungsabläufe zwischen unserem Klinikum und der Feuerwehr“, erklärt Thorsten Kern, Brandschutzbeauftragter des Klinikums. Natürlich werde auch genau auf die interne Zusammenarbeit geschaut. Die einzelnen Stationen und Abteilungen müssten untereinander Informationen austauschen, um im Ernstfall eine mögliche weitere Schadensausbreitung zu verhindern.
Wie gut das letztlich funktionierte, wird eine Auswertung in den kommenden Tagen zeigen. Feuerwehr-Einsatzleiter Kai Zahlmann zog ebenfalls Bilanz: „Auch bei dieser Gefahrenlage im Krankenhaus lief der Einsatz sehr ruhig und besonnen ab. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kräften, wie dem Krankenhauspersonal und dem Rettungsdienst klappte gut und professionell. Diese Übung zeigte aber auch noch einiges Verbesserungspotenzial auf“.

Text: Stadtfeuerwehr-Presse-Team, Tobias Stein / Städtisches Klinikum Wolfenbüttel, Marian Hackert / Fotos: Tobias Stein, Marian Hackert