Mittwoch, 17. Juli 2019
Notruf: 112

Einsatzübung in der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis

Eine dramatische Szene spielte sich am Freitagabend (17. Mai 2019) am Michael-Praetorius-Platz ab. Weißer Rauch quoll aus den Holzfenstern des Turms der Hauptkirche in Wolfenbüttel.

Um 19.52 Uhr alarmierte die Integrierte Rettungsleitstelle (IRLS) Braunschweig daraufhin die Kräfte der Feuerwehr Wolfenbüttel mit dem Stichwort „F2 – Schornsteinbrand“.
Beim Eintreffen des Brandmeisters vom Dienst (BvD), Tobias Hecht, stellte sich die Lage so dar, dass nicht nur Qualm aus den Turmfenstern austrat, gleichzeitig befanden sich noch mehrere Menschen im Gebäudekomplex der Marienkirche.

Nachdem klar wurde, dass sich noch fünf Personen im inneren des Turms aufhalten sollten, wurde die Drehleiter (DLK) vor dem Gebäude auf der Straße „Kleine Kirchstraße“ in Stellung gebracht. Umgehend rüsteten sich die Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten zur Menschenrettung aus und begaben sich in die Kirche.

Gleichzeitig wurde der gesamte Bereich in drei Einsatzabschnitte eingeteilt, sodass die jeweiligen Abschnitte unterschiedliche Ziele verfolgten. Der erste Einsatzabschnitt verfolgte die Aufgabe, die noch im Gebäude vermissten Menschen zu retten und nach Draußen in den Abschnitt Drei zu bringen. Denn die eingesetzten Kräfte des dritten Einsatzabschnitts betreuten die, aus der Kirche geretteten, Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Der Einsatzabschnitt Zwei befasste sich währenddessen mit der Brandbekämpfung und baute gleichzeitig eine so genannte Riegelstellung auf, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Nach kurzer Zeit konnten durch insgesamt sieben eingesetzte Trupps mit Pressluftatmern alle fünf vermissten Personen, darunter ein Kind, aus der brennenden Kirche gerettet werden.

Wenige Minuten später erfolgte der Funkspruch „Übungsende“. Insgesamt waren zwei Löschzüge der Feuerwehr Wolfenbüttel in die 1,5 Stunden andauernde Übung eingebunden, welche durch die Darsteller der realistischen Unfall- und Notfalldarstellung (RUND) unterstützt wurde. Als eine große Herausforderung erwies sich die schmale Wendeltreppe, die es von den eingesetzten Atemschutzgeräteträgern in voller Montur zu erklimmen galt.

Im Anschluss zur Übung fand eine Begehung des Gebäudekomplexes statt, wodurch sich die Kräfte am Ende ein Bild von der anfangs angenommenen Lage und der eigenen Arbeit machen konnten. Ein großer Dank gilt dabei der Gruppe Realistische Unfall- und Notfall Darstellung Wolfenbüttel/Goslar (RUND) sowie den Bereitstellern des Gebäudes.

Das Urteil der Übungsleiter war sehr positiv, was die realistische Einsatzübung betraf, wenn diese auch später als gedacht starten konnte. Die Kräfte der Feuerwehr Wolfenbüttel waren nämlich kurz zuvor bei einer heimischen Kräuterlikörfirma, da dort die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Außerdem kam es im Bereich der Jägermeisterstraße zu einer Ölspur, die es ebenfalls zu beseitigen galt.

Stadtfeuerwehr-Presse-Team, Text: Thilo Grossert / Fotos: Viola Stief, Thilo Grossert und Hanno Remmer